Symphony of Senses im Wiener REAKTOR – klassische Musik neu erleben

Foto: Vízer Helga
Klassische Musik, wie wir sie bisher noch nicht erlebt hatten: Bei der Symphony of Senses im April begegneten wir diesem Genre aus einer völlig neuen Perspektive. Einen wesentlichen Anteil daran hatte auch der besondere Veranstaltungsort – der REAKTOR in Wien.
Am 25. April 2026 waren wir bei der Präsentation der Symphony of Senses dabei. Besonders schön war für uns, klassische Musik auf eine ungewohnte Weise neu entdecken zu können. Klänge, Licht und unterschiedliche Kunstformen schufen gemeinsam eine Atmosphäre, die neugierig machte und zum bewussten Zuhören und Erleben einlud.

Foto: Vízer Helga
Ein Ort mit Geschichte
Der REAKTOR in der Geblergasse im 17. Wiener Gemeindebezirk ist schon für sich einen Besuch wert. Der Gebäudekomplex aus dem 19. Jahrhundert war einst als Grand Etablissement Gschwandner bekannt. Später wurde er unter anderem für die Radiomontage und als Requisitenlager genutzt.
Seine heutige Gestalt erhielt das Haus durch die Sanierung zwischen 2016 und 2018. Der Autor, Designer und Filmemacher Bernhard Kammel verwandelte es in einen zeitgenössischen Kunstraum und bewahrte dabei die Spuren seiner Geschichte. Historische Oberflächen treffen auf moderne Veranstaltungstechnik; drei Säle aus unterschiedlichen Epochen bieten Raum für vielfältige künstlerische Formate.
Dieses Zusammenspiel von Alt und Neu passte besonders gut zur Idee der Symphony of Senses. In einem geschichtsträchtigen Rahmen fanden experimentierfreudige, zeitgenössische Aufführungen statt. Der Charakter des Hauses prägte die Stimmung des gesamten Abends.
Der Raum wurde Teil des Musikerlebnisses
Der große Saal mit seiner beinahe zehn Meter hohen Decke bietet einen außergewöhnlichen Rahmen für Aufführungen. Bei der Symphony of Senses war auch die gezielte Gestaltung des Klangs Teil des Konzepts. An der akustischen Umsetzung wirkten Steinway & Sons und Arts & Tonic mit.
Für uns machte gerade das Zusammenspiel von Musik und Raum den Abend so einprägsam. Das Publikum konnte sich frei bewegen und die Mitwirkenden aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Klang- und Lichtinstallationen ergänzten das Programm. Diese Freiheit eröffnete eine andere Art des Zuhörens: Man konnte selbst herausfinden, wie man der Musik begegnen wollte.

Foto: Vízer Helga
Vertraute Instrumente, überraschende Begegnungen
Das Programm verband klassische Musik mit Pop, elektronischen Klängen und bildender Kunst. Zu den Mitwirkenden zählten Yury Revich, Ekaterina Shelehova, Lucy Landymore, SOWAS und Bison Rouge. Bei Piano & Sand traf Klaviermusik auf live entstehende Sandmalerei. Wein- und kulinarische Verkostungen sowie Elemente aus der Modewelt ergänzten das Konzept.
Dieser Abend zeigte uns, wie sehr die Umgebung und die Art der Aufführung ein Musikerlebnis verändern können. Selbst ein vertrautes Instrument oder eine bekannte Melodie gewinnt neue Bedeutung, wenn verschiedene Kunstformen unerwartet aufeinandertreffen.

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Auch für Menschen, die klassische Musik bisher kaum angesprochen hat
Wir glauben, dass gerade solche Initiativen klassische Musik Menschen näherbringen können, die bisher wenig Zugang dazu hatten oder sie einfach selten live erlebt haben. Ein ungezwungener Abend bietet die Gelegenheit, bisherige Vorstellungen hinter sich zu lassen und dem Genre eine neue Chance zu geben.
Dafür braucht es keine musikalischen Vorkenntnisse. Es genügt, offen zu sein, aufmerksam zuzuhören und sich überraschen zu lassen. Wir freuen uns, dabei gewesen zu sein: Klassische Musik aus dieser Perspektive zu erleben, war etwas Besonderes.
Die nächste Symphony of Senses ist für den 8. Mai 2027 angekündigt. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung!



