FAB INDIGO & DENIM in Wien: Mode, Kunst und neue Ideen


FAB INDIGO & DENIM brachte in Wien Mode, Kunst und persönliche Begegnungen zusammen – und zeigte, wie kreativ vorhandene Denimstücke neu gedacht werden können.
Manchmal nehmen wir von einer Veranstaltung ein ganzes Gefühl mit nach Hause. Musik, Gemälde, besondere Köstlichkeiten, Outfits und Begegnungen fügen sich zu einem Erlebnis zusammen, an das man auch am nächsten Tag gern zurückdenkt. FAB INDIGO & DENIM in Wien war für mich so ein Abend: befreiend, inspirierend und voller Leben. Zugleich brachte er einen einfachen, wichtigen Gedanken näher: Wie viele Möglichkeiten in den Kleidungsstücken stecken, die wir bereits besitzen.
Am 22. Oktober 2026 fand FAB INDIGO & DENIM in Wien statt, organisiert von FAB L’STYLE und Harriet Hala. Das Event verband Mode und Kunst. Die Initiative versteht Denim als Teil von Kreativität, Nachhaltigkeit, handwerklichem Können und Kreislaufmode: als erlebnisorientierte Mode- und Kulturplattform, auf der Kleidung, Geschichten von Kreativen und Menschen zusammenkommen.
Der Aufruf der Veranstalter richtete sich an Designerinnen und Designer, Künstlerinnen und Künstler, Studierende, Mode-Communities, Marken und bewusste Konsumentinnen und Konsumenten. Die zentrale Frage lautete: Wie können wir vorhandene Denimstücke verändern, damit wir sie weitertragen? Im Mittelpunkt stand die Idee des „Denim Loop“: Gesammelter, reparierter, neu gedachter und umgestalteter Denim kann ein neues Leben erhalten. Der Aufruf bot Raum für Upcycling und Umarbeitungen, eigene Denim-Looks, kleine Kollektionen und Materialexperimente. Zugleich sollte er den Austausch unter Kreativen und den Dialog über die Zukunft der Mode fördern.

Die nächste Geschichte des Denims
Ein ungewöhnlicher Schnitt, eine versetzte Tasche, das Zusammenspiel verschiedener Denimnuancen: Immer wieder blieb der Blick an den Details hängen. In den Outfits gab es viel zu entdecken, und es machte Freude, sich auch zu fragen, wie die einzelnen Stücke entstanden sein könnten.

Kreativität war hier ganz konkret zu erleben. Kleidungsstücke aus unterschiedlichen Denimstoffen, markante Verzierungen und individuelle Lösungen luden dazu ein, über die gewohnte Verwendung hinauszudenken.
In einem aussortierten Kleidungsstück kann schon unser nächstes Lieblingsteil stecken. Manchmal muss es nur jemand darin erkennen.



Zwischen Gemälden, begleitet von Musik
Auch die Gemälde gehörten zum visuellen Erlebnis des Abends. Zu sehen waren Arbeiten von Ola Badiru, Javier A. Greschitz De La Cruz und Venus, die im Katalog der Equinox Exhibition vertreten sind: unterschiedliche Bildwelten, bei denen es sich lohnte, stehen zu bleiben und sich Zeit zum Betrachten zu nehmen.

Nach den Details der Kleidung zogen die Farben und Formen auf den Leinwänden die Blicke auf sich. Es war schön, sich in diesem Umfeld zu bewegen: näher an ein Bild heranzutreten, dann wieder zu den anderen zurückzukehren und sich vom nächsten Gespräch oder Eindruck weitertragen zu lassen.

Die Musik des DJs gab dem Abend Schwung. Rund um die besonderen Köstlichkeiten, die Mode und die Kunst ergaben sich Begegnungen ganz von selbst. Es gab immer etwas Neues zu sehen, und dennoch blieb Zeit füreinander.



Die schönsten Momente entstehen gemeinsam
Eine der größten Stärken des Abends war für mich seine Offenheit. Sie zeigte sich in den individuellen Stilen, den Lächeln und dem Interesse an der Arbeit der anderen. Und in diesem schönen Gefühl, gern noch für ein Gespräch, einen weiteren Song oder eine zusätzliche Runde zwischen den Gemälden zu bleiben.
All das gemeinsam mit Janka zu erleben, machte den Abend für mich noch besonderer. Ich mag gemeinsame Erlebnisse, über die man auf dem Heimweg weiterreden kann. Bei denen wir unsere Eindrücke mitnehmen und erfahren, welches Detail wem besonders in Erinnerung geblieben ist.



Neues Leben im Kleiderschrank
Neben den Farben, der Musik und der Freude an den Begegnungen war die wichtigste Botschaft des Abends für mich: Mit etwas Kreativität können wir unseren aus der Mode gekommenen Jeans und Kleidungsstücken neues Leben einhauchen.
Eine Umarbeitung, ein paar besondere Details oder eine mutigere Kombination können genügen, damit wir ein Kleidungsstück wieder gern tragen, zu dem wir zuvor nicht mehr gegriffen haben. Es war schön, das an so vielen einfallsreichen Lösungen zu sehen.
Wir müssen nicht jedes Mal neue Kleidung kaufen, um unseren Stil zu erneuern. Es lohnt sich, zuerst den eigenen Kleiderschrank zu öffnen und das, was uns bereits gehört, mit einem etwas anderen Blick anzusehen.




Mit dieser Neugier bin ich nach Hause gegangen – und mit der Freude über einen sehr schönen Abend.
Fotos: Norbert Bánhalmi. Die Aufnahmen der Gemälde: Helga Vízer.
Weitere fotografische Mitwirkende: Vipach | Austria; Eszter Holcz.
Weiterführende Quelle zur EQUINOX-Ausstellung: Bericht von FAB L’Style (9. Oktober 2026).



